Krieg in der Ukraine

Die Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland hat die Aktienkurse unter Druck gebracht.
 

Marktkommentar 02/2022

von Frank-Rüdiger Griep

Frank Rüdiger Griep

Selbst Meldungen über gute Unternehmensergebnisse und Dividendenerhöhungen können in Zeiten von geopolitischen Spannungen kein Gehör finden. Auch wenn die Verunsicherung an den Börsen aktuell hoch ist, sind Konflikte in der Vergangenheit kein dauerhafter Grund für rückläufige Kurse gewesen. Im Gegenteil, bei allen vergleichbaren Situationen waren nach mehreren Monaten höhere Indexstände zu verzeichnen. Hinzu kommt, dass Investoren ohnehin in ihrer langfristigen  Anlagestrategie einen Blick auf die ausgewogene Streuung im Portfolio haben und konsequent vermeintlich unattraktive Anlageklassen wie Anleihen und Gold im Bestand haben. Beide erweisen sich in der momentanen Lage wieder einmal als Stabilitätsanker und können somit kurzfristige Ausschläge abfedern.

Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft dürften auch bei drastischen Sanktionen gegen Russland gering sein. Russland als Absatzmarkt für die europäische Exportindustrie hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Auf Deutschland bezogen gingen 2020 gerade einmal 1,9 Prozent der Exporte dort hin. Entscheidender Faktor ist hier der Energiebereich. Deutschland und die europäischen Nachbarländer werden auf absehbare Zeit weiter Öl und Gas in Russland kaufen, Sanktionen sind aufgrund der starken Abhängigkeit nicht möglich, da auch die USA, Norwegen und die Niederlande bei den Lieferungen nach Deutschland nahe an der Kapazitätsgrenze liegen.

Wir glauben, dass die Aktienmärkte mittelfristig weiterhin ansprechende Anlageperspektiven bieten. Zuversichtlich stimmt uns vor allem die Tatsache, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung in vielen Regionen der Welt mit hoher Dynamik fortsetzt. Dies sollte es den Unternehmen ermöglichen, Umsätze und Gewinne weiter zu steigern. Ein nachhaltiger Börsenabschwung wäre allenfalls dann zu befürchten, wenn die Weltwirtschaft in eine Rezession abglitte. Eine solche ist jedoch nicht in Sicht, das globale Wirtschaftswachstum wird 2022 mit rund vier Prozent nochmals deutlich über seinem langjährigen Trend liegen. Aufgrund der weniger unterstützenden Geldpolitik wird es bei festverzinslichen Anlagen  -wie schon 2021 - schwierig, eine positive Wertentwicklung zu erzielen. So dürften die Renditen in weiten Teilen des Anleihesegments – trotz zurzeit steigender Zinsen – auch künftig unterhalb der Inflationsrate liegen. Mit der Folge, dass Investoren real, also nach Abzug der Inflation, negative Renditen zu verbuchen hätten.

Somit führt langfristig kein Weg an Aktien vorbei, insbesondere dann, wenn Anleger die Kaufkraft ihres Vermögens erhalten und mehren möchten. Dies gilt auch und besonders in turbulenten Zeiten wie diesen. Wenn Sie Fragen haben, steht unsere Team gerne zur Verfügung. Gerne stellen wir Ihnen die Möglichkeiten vor, Ihr Portfolio weiterzuentwickeln und damit eine auch langfristig stabile Wertentwicklung zu erzielen.

Disclaimer