Standort Deutschland unter Druck
Marktkommentar 05/2026
von Frank-Rüdiger Griep

Halten sich die Unternehmen weiter stabil? Die Welt hat viele Krisen - Einfuhrzölle, Kriege, geopolitische Begehrlichkeiten und terroristische Vergeltungsschläge - um nur einige zu nennen.
Für Europa und insbesondere für Deutschland sind es nie geglaubte Herausforderungen.
Was haben die Autokraten da angerichtet?
Eigentlich sollte es in Europa und in Deutschland wirtschaftlich wieder aufwärts gehen. Für 2026 waren die Politiker und auch die Ökonomen optimistisch gewesen. So sollte das BIP in Deutschland um 1,2% wachsen. Die Aussichten hierfür schienen ganz gut. In 2026 gibt es weniger Feiertage als in 2025 und dieses führt allein schon zu dem Ergebnis, dass das Arbeitsvolumen höher liegen wird. Die Bundesregierung hat damit begonnen die Bundeswehr aufzurüsten, damit sie mit vielen neuen Fähigkeiten wieder verteidigungsbereit ist. Viele Milliarden wurden zwischenzeitlich investiert.
Der private Konsum, der immerhin ca. 50% des BIP ausmacht, sollte von Steuererleichterungen und dem anvisierten Wachstum profitieren. Es sollten Investitionsanreize für das verarbeitende Gewerbe, wie Strompreissubventionen, geschaffen werden und vieles mehr.
Es ist anders gekommen.
Der deutsche Staat investiert in Kriegsmaterial - eine mit Schulden finanzierte Sondermassnahme, die natürlich zur Wertschöpfungsentwicklung beiträgt. Der private Konsum wächst nicht. Die Konsumenten sind belastet mit hohen Steuern und hohen Abgaben und jetzt kommen auch noch hohe Energiekosten hinzu, die kriegsbedingt und hausgemacht entstanden sind. Vom privaten Konsum kann nichts erwartet werden, was dem Wachstum helfen könnte.
Eine weitere wichtige Säule ist die Investitionsquote - sie macht immerhin so 25% des BIP aus und ist seit Jahren schon das Sorgenkind in unserem Land.
Ich möchte mich auf das leidige Thema der Energiepolitik beschränken. Energieintensive Unternehmen, wie die Autobranche, der Maschinenbau, die Stahlproduktion, die Chemiebranche und viele andere mehr lechzen unter den hohen Energiekosten. Zum Verständnis sei festzuhalten:
In Deutschland kostet die kWh 38,4Cent - in Europa sind es 28,7 Cent, in den USA sind es 18 Cent und in China sogar nur 7 Cent.
Da könnten wir ganz einfach nicht mithalten. Der Traum vom Industriemix - Forschung und Entwicklung, sowie die Produktion im Lande zu halten - dieser Traum ist ausgeträumt.
Es gibt auch keine schnelle Lösung dafür. Sonne und Wind sind nicht grundlastfähig - es ist eine Wette auf die Naturgewalten, welche sich ja auch verändern können. Deshalb braucht dieses Energiesystem auch eine Grundreserve , wie geplant mit grünem Wasserstoff. Leider nur im Mix viel zu teuer und deshalb nicht konkurrenzfähig.
Es werden sich die Unternehmen stabil halten, die es verstanden haben, dass die Produktion in Deutschland vorerst keine Zukunft hat. Forschung und Entwicklung hat gute Chancen auf einen Erfolg und die Produktion der vielen tollen Ideen sollte im Ausland stattfinden, wo die Rahmenbedingungen stimmen. BASF hat es jüngst bewiesen - in Ludwigshafen wird entwickelt und in China wird produziert. Diese Entwicklung ist nicht neu, sie dynamisiert sich aber und wird viele Arbeitsplätze kosten.
Deutschland wird kein Wachstum haben und die Inflation wird steigen.
Das wird zu höheren Zinsen führen. Aktiengesellschaften mit hohem internationalen Wertschöpfungsanteil werden gefragt sein. Die Entwicklung der Kapitalmärkte wird zwangsläufig von der Entwicklung des Verhaltens der Autokraten abhängen.
Es wird volatiler.
